Austausch

Unsere Partnerschaft mit Polen

Seit 1990 hat die Stiftsschule St. Johann eine Freundschaft mit dem I. Lyzeum in der oberschlesischen Stadt Zabrze (ehemals Hindenburg). Seitdem fährt fast jedes Jahr eine Gruppe der Jahrgangsstufe 11 im Frühjahr nach Polen und erwartet Ende September den Gegenbesuch der polnischen Schülergruppe. Dabei ergeben sich vielfältige Kontakte.
Da es auf unserer Seite immer ca. 10 bis 12 Schülerinnen und Schüler, begleitet von einer Lehrkraft sind, die nach Polen fahren, gehen An- und Abreise mit dem Zug. In Zabrze überwältigt immer die sprichwörtliche polnische Gastfreundschaft in den Familien, die unter anderem auch dazu führen kann, dass einige auf der Rückreise um etliche Kilos zugelegt haben.

 

Zabrze selbst ist eine ehemalige Bergbaustadt mit ca. 200.000 Einwohnern, die unter großen Problemen den Wechsel von der Industrie zur Dienstleistung vollziehen muss. Statt der Zechen gibt es nun an allen Ecken riesige Supermärkte. Die Schule selbst ist ein Lyzeum, also eine Schule, an der Oberstufenschüler lernen. Meist ist unser Partner ein Deutschkurs, aber auch auf Englisch ist die verständigung gut möglich. Betreut wird der Austausch mit großem Engagement von der Erdkunde-Lehrerin Anita Hnatyszin, auf deutscher Seite von Dr. Thomas Groß. Es sind aber jedes Jahr andere Lehrkräfte, die sich am Austausch beteiligen, so Herr Forst, Frau Klüßendorf, Herr Ehrlich und Herr Völker.
Von Zabrze aus lassen sich vielfältige Exkursionen machen. Obligatorisch ist die Fahrt zur Gedenkstätte KZ Auschwitz, beklemmend, aber interessant und notwendig. Höhepunkt ist immer die Fahrt in die alte Königs- und Universitätsstadt Krakau. Auf dem Programm standen auch schon Fahrten nach Breslau, Tschenstochau, Wadowice, Psczynna und in die Beskiden. Zum Austausch gehört natürlich auch die Teilnahme am Unterricht und das Kennenlernen der anderen Schule. Das Feiern kommt dabei aber nicht zu kurz, und man kann sagen, dass alle Deutschen, die aus Polen zurückkommen, begeistert sind. Das Problem besteht nur darin, im Vorfeld für die Polenfahrt zu motivieren, da Polen nicht unbedingt im Blickfeld der hessischen Schülerinnen und Schüler liegt. Interessant ist aber der im Vergleich zu anderen fahrten eher niedrige Gesamtpreis.
Wenn die polnische Gruppe kommt, steht ein ähnliches Programm an mit Besichtigungen von Amöneburg und Marburg, Fahrten nach Frankfurt, Fulda und nach Mainz mit einer Rheinfahrt und einer Weingutbesichtigung.
Möglich wird der Austausch nur durch die finanzielle Hilfe durch das Deutsch-polnische Jugendwerk mit seiner Zweigstelle im AKSB Bonn für die kirchlichen Schulen und durch Unterstützung durch den Förderverein.
Der Austausch ist für die nächsten Jahre fest eingeplant. Neue Perspektiven könnten sich ergeben durch die verstärkte Einbindung in inhaltliche Projekte (z.B. in Geschichte, PoWi) oder auch durch trilaterale Partnerschaften im Bereich des Comenius-Projektes der EU.

Dr. Thomas Groß

 

Johanneshaus & Mensa

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