Aktuelles

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Aktuelles aus der Stiftsschule

„Ich wand’re durch Theresienstadt …“

Musikalische Lesung über das Ghetto Theresienstadt

Am 29.01.2026 wird die Gruppe Opus 45 um 19 Uhr in der Aula der Stiftsschule auftreten. Opus 45 ist eine Gruppe, die aus Berufsmusikern, die bei großen klassischen Orchestern spielen und dem bekannten Schauspieler Roman Knizka besteht. Sie spielen ihr Theresienstadt-Programm , über welches Sie sich unter dem Link informieren können: Ghetto Theresienstadt – OPUS 45. 


In Theresienstadt waren während des NS-Regimes ca. 15.000 Kinder und Jugendliche – nur 132 haben überlebt. Viele starben an den entsetzlichen Bedingungen dort oder wurden in die großen Vernichtungslager des Ostens weiter deportiert. Insofern leistet dieses Stück Aufklärungsarbeit über die entsetzlichen und menschenverachtenden Geschehnisse während des nationalsozialistischen Regimes. 


Eine Teilnahme empfehlen die Künstler erst ab der Jahrgangsstufe 9 – selbstverständlich freuen wir uns auch über Eltern der jüngeren Jahrgangsstufen. Finanziell gestützt werden wir durch den Förderverein und der Kulturreihe „Amöneburger Vorträge“. 


Der Eintritt ist frei, wir bitten im Anschluss an die Veranstaltung um eine Spende. Wir dürfen uns auf hervorragende Künstler freuen, die uns ein wichtiges und ernsthaftes Thema auf beeindruckende Art und Weise näherbringen werden!

Texte u.a. von Ruth Klüger, Ilse Weber, Zvi Cohen, Leo Strauss, Jana Renée Friesová, Helga Hošková-Weissová, Hannelore Brenner-Wonschick und Gerty Spies

Musik u.a. von Giuseppe Verdi, Bedřich Smetana, Pavel Haas, Hans Krása, Viktor Ullmann und Gideon Klein

Rezitation: Roman Knižka

Dramaturgie: Kathrin Liebhäuser

Dauer des Konzerts: ca. 90 Minuten (mit Pause ca. 110 Minuten)

Gedenkfeier für die Familie Stern

25 Jahre Gedenksteine an der Stiftsschule St. Johann 2000-2025

Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.

Baal Schem Tov, 1700-1760

Dieses Zitat des jüdischen Gelehrten und Philosophen - in Deutschland vor allem bekannt geworden durch die bedeutende Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum Gedenken an das 40-jährige Kriegsende im Jahre 1985 - stand als Motto über der Gedenkfeier zur 25-jährigen Einweihung der Gedenkstelen für die ermordeten jüdischen Mitbürger der Familie Stern, die während des Holocausts von den Nationalsozialisten in Konzentrationslagern ermordet worden sind.


Und so war dieses Zitat auch im Hintergrund der Aula als Motto auf dem Foto der Gedenkstelen auf dem Schulhof in beiden Sprachen - Deutsch und Englisch - zu lesen. Die Zweisprachigkeit hatte einen ebenso guten wie schönen Anlass: Als die Familie Stern in New York von unserer geplanten Gedenkfeier am 9. November 2025 er-fuhr, kam in ihr der Wunsch auf, dieser auch persönlich beizuwohnen, und so reiste sie mit 17 Familienmitgliedern aus den USA an. Das war uns natürlich Verpflichtung, sie als unsere Gäste angemessen zu empfangen und eine würdige Gedenkfeier zu bereiten.


Neben der Familie Stern und der gesamten Schüler:innenschaft waren als Gäste in die Turnhalle geladen: der Vertreter des Schulträgers, Herr Andreas Greif; der Landtagsabgeordnete und ehemalige Stiftsschüler Sebastian Sack; André Schlipp, ebenfalls ehemaliger Schüler in seiner Funktion als Bürgermeister von Amöneburg, die ehemaligen Schulleiter bzw. Stellvertreter Herr Hans Gottschlich, Hans Georg Lang und Thomas Feldpausch sowie Herr Forst, Frau Fischer, Herr Dörr und Herr Weitzel, die bei der Organisation mit ihrer fachkundigen Hilfe und Expertise zur Seite gestanden haben.


Nach einer musikalischen Eröffnung begrüßte Schulleiter Björn Mayr alles anwesenden Gäste — natürlich zweisprachig — und betonte die Bedeutung, die die Erinnerung an das geschehene Unrecht und die grauenhaften Verbrechen, für uns symbolisiert in der Familie Stern, sind, nicht nur für das Schulleben haben, sondern auch für die Gestaltung der Zukunft: »Erinnerung kann uns helfen, unsere Zukunft bewusst und menschlich zu gestalten […] Gerade vor diesem Hintergrund erhält Ihre heutige Anwesenheit, liebe Familie Stern, eine besondere Bedeutung. Sie verleiht unserem gemeinsamen Erinnern einen persönlichen Bezug.« So ist es uns als Schule Verpflichtung und Selbstverständlichkeit, die Gedenkstelen zu pflegen und — so wurde es während der Feier verkündet und durch Übergabe der Putzutensilien an 46 freiwillige und engagierte Schüler:innen symbolträchtig sichtbar — auch die Patenschaft für die Stolpersteine Amöneburgs, vor dem Schulgebäude und dem Schwesternheim, zu übernehmen und diese regelmäßig zu reinigen.


Diesem Sinn der Stelen gab auch der Schulseelsorger Paul Lang Ausdruck, indem er den Begriff des Denkmals auf seinen eigentlichen Aufforderungscharakter zu-rückführte: »Denk mal«! Und auch er wie alle anderen Redner erinnerten an die Bedeutung, die die Geschichte der Familie Stern nicht nur für die Schule, sondern auch für Amöneburg, aber vor allem auch für die Schülerinnen und Schüler hat. Der ehemalige Schulleiter Hans Gottschlich bezeichnete Familie und die Freundschaft Sterns als »Geschenk«; André Schlipp, der Bürgermeister Amöneburgs, begrüßte Sterns mit »Willkommen zu Hause«, Sterns blieben »ein Teil Amöneburgs« und gemahnte die zahlreichen Schüler:innen, dass Menschlichkeit zwar kein Schulfach sei, »aber vielleicht das Wichtigste, was man in der Schule lernen kann«: »Frieden beginnt nicht da draußen in der Welt – er beginnt hier. Auf diesem Schulhof dort draußen. In euren Köpfen. In euren Herzen.«


Der Landtagsabgeordnete Sebastian Sack erinnerte daran, dass Pogrome wie die Reichskristallnacht, wie sie verharmlosend genannt wird, und die Shoa nur durch Wegschauen und Schweigen der großen Masse möglich sind und fragte, wie wir uns verhalten hätten und spannte den Bogen zu unserem Wegschauen bei rassistischen oder nazistischen Sprüchen oder Memes in den Sozialen Medien. Das Wort Primo Levis »Es ist geschehen und folglich kann es wieder geschehen« war für ihn der Anlass, an die Schüler:innen, aber eigentlich an uns alle, zu appellieren: »So wünsche ich uns allen ein großes Herz und ein großes Mundwerk, den nötigen Mut sowie Solidarität und Menschlichkeit. Lasst uns alle immer und immer wieder laut sein, gegen jedwedes rechte Gedankengut und Handeln, lasst uns laut sein für die Menschlichkeit!«


Bewegend und anrührend waren die Worte, die der ehemalige Nachbar von Minna und Siegfried Stern und Freund von Urie Stern zum Schluss der Gedenkfeier an diesen richtete, in denen er die tiefe Freundschaft betonte, die Cimiottis mit Sterns — auch während der Zeit des Nationalsozialismus unter großer eigener Gefahr — verbunden hat und bis heute verbindet. So wunderte es auch niemanden, dass Herr Cimiotti und Urie Stern einander umarmten als Menschen, die nicht nur ein Leben, sondern vor allem ihre lange gemeinsame Geschichte und Freundschaft verbindet. »Seid Menschen« Dieses Wort der verstorbenen Margot Friedländer erhielt so eine ganz neue und tiefe Bedeutung.

Hoffentlich hat die Errichtung der Stelen im Jahre 2000 und die Gedenkveranstaltung des 10. Novembers 2025 den Grundstein gelegt, dass auch die Stiftsschule und Sterns eine derartig tiefe Verbundenheit und Freundschaft verbindet.

 Familie Stern war nach der Gedenkveranstaltung sichtlich bewegt, emotional an-gefasst und dankbar für die Einladung und die Freundschaft, die sie nicht nur an diesem Tag erfahren hat. Dies betonte sie auch in den Gesprächen mit den Schüler: innen der Jahrgangsstufe Q3, mit denen sie ihre Geschichte auch persönlich nachfühlbar machte. »Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung« — »und«, so möchte man als Erfahrung dieses Tages an der Stiftsschule ergänzen: »freundschaftliche Verbundenheit «, wie die Nachricht von Urie Stern nach seiner Rückkehr nach New York bestätigt: 

»We truly had a fantastic time back in my home town. We are overwhelmed by the friendship from people we have never met before and concern for our well being. This little village has an enormous heart, I hope we are lucky enough to come back.« 

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.


Weihnachten im Schuhkarton 2025

Die Stiftsschule beteiligt sich erneut an Weihnachtsaktion für Kinder in Sibiu

Auch in diesem Jahr haben unsere Schülerinnen und Schüler wieder gezeigt, wie groß ihr Herz ist. Gemeinsam sammelten sie insgesamt 375 liebevoll verpackte Päckchen, die entweder zu Hause oder direkt in der Schule vorbereitet wurden.


Mit tatkräftiger Unterstützung der Klasse 9B wurden die Geschenke in den Transporter eines freiwilligen Helfers verladen. Von dort aus treten sie ihre Reise nach Sibiu in Rumänien an, wo sie rechtzeitig vor Weihnachten Freude und Hoffnung schenken werden.


Wir sind sehr stolz auf das soziale Engagement unserer Schülerschaft und danken allen Beteiligten für ihre Hilfsbereitschaft und ihren Einsatz. Diese Aktion zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Zusammenhalt und Mitgefühl sind.

Hilfe für Sibiu

Zwischen Marburg und Sibiu (Hermannstadt) in Rumänien besteht seit vielen Jahren eine Städtepartnerschaft. Wir, der Verein Hilfe für Sibiu e.V. helfen bereits seit 14 Jahren Kindern in Kinderkrippen, Kindergärten und Waisenhäusern in Sibiu. In dieser Zeit konnten wir jährlich mehrere hundert Päckchen nach Rumänien bringen und damit viel Freude bereiten. 


Auch in diesem Jahr können wir diese in Marburg und Umgebung gesammelten Weihnachtspäckchen wieder nach Sibiu und Umgebung bringen. Die Verteilung der Päckchen in Sibiu erfolgt durch die den Transport begleitenden Mitglieder unseres Vereins. Für viele dieser Kinder ist das von uns mitgebrachte Weihnachtspäckchen die einzige Freude an den Festtagen.


Hilfe für Sibiu/Hermannstadt e. V.

Hilfe für Sibiu e.V, Vors. Carola von Winterfeldt

Veilchengasse 31, 35279 Neustadt, Telefon 06692/7041

cvonwinterfeldt@web.de 

Homepage: Hilfe-fuer-Sibiu.de

Bitte kein Kriegsspielzeug oder für Kinder gefährliche Gegenstände 


Wir freuen uns auf ihre Mithilfe!