Gemeinsam gegen Greifenbrecht: Mördersuche begeistert Publikum

Schüler der Amöneburger Stiftsschule spielten "Meine Leiche, deine Leiche"

Amöneburg. 200 Besucher sahen das humorvolle Theaterstück "Meine Leiche, deine Leiche", mit dem die talentierten Mitglieder der Theater-AG der Stiftsschule überzeugten.von Simone Schwalm  
"Der Mörder ist immer der Gärtner oder der Pförtner - und wenn diese beiden nicht, ist die Putzfrau der Bösewicht", erklärte die Inspektorin (Tamara Klingelhöfer) ihrem Assistenten (Raphael Gerdes).
Doch noch eine weitere Verdächtige hatte die Kommissarin im Visier - die Sekretärin. Denn: "Wer lügt, mordet auch." Neben dem vergleichsweise geringen Problem der Tätersuche belastete die Inspektorin ein viel größeres: Die Leiche verschwand ständig und tauchte plötzlich wieder auf. Ganz zum Leid von Putzfrau Liesl Moosgruber (Simone Klingelhöfer). Mit bayerischem Akzent und ihrer etwas trampeligen Art brachte sie die Zuschauer jedes Mal zum Lachen, wenn sie den ermordeten Unternehmer Albrecht Greifenbrecht (Nils Waldhüter) in einem neuen Versteck wiederfand.


Wer ermordete Albrecht Greifenbrecht? Das Ensemble der Theater-AG überzeugte sein Publikum mit der Krimikomödie "Meine Leiche, deine Leiche".
Greifenbrechts mutmaßliche Mörder, die alle nichts vonein­ander wussten, hatten unter­dessen ein gemeinsames Pro­blem: "Wohin mit der Leiche?" Der Mord an sich stellte keine größere Herausforderung dar. Greifensteins Gattin Charlotte (Alena Duynstee) mischte ihm Erdbeerkonzentrat in sein Ge­tränk, worauf er einen allergischen Schock erlitt. Seine Töchter (Marie Lemor und Daniela Maurer) kippten Zyankali hinzu, die Buchhalterin (Julia Braun) Rattengift, und seine Schwester (Daniela Fruth) samt Liebhaber (Simon Groß) ergänzten Schlaftabletten.
Einzig Greifenbrechts Sekretärin Eisendorf (Anna Jüngst) bedauerte den Tod ihres übellaunigen, herrischen und unfreundlichen Chefs. So gestand Eisendorf ihm ihre Liebe, als sie ihn noch für lebend hielt. Fasziniert staunte das Publikum, wie perfekt Nils Waldhüter eine "tote Marionette" spielte, die von der Buchhalterin, versteckt hinterm Chefsessel, bewegt wurde.
Die intensive Vorbereitung für die Aufführung und die Freude am Schauspiel waren allen Darstellern anzumerken. "Seit neun Monaten übten die Schüler aus den Jahrgangsstufen 10 bis 13 fast jede Woche", erklärte Lehrer Stefan Völker, der mit seiner Kollegin Petra Städer die Theater-AG seit knapp zwei Jahren leitet. Die Auswahl des Stücks und die Inszenierung erfolgten in Gemeinschaftsarbeit. "Die Schüler haben ein sicheres Gespür dafür entwickelt, welche Rolle zu ihnen passt, und sie sichdementsprechend ausgesucht", sagte Petra Städer. Der feste Stamm an routinierten Darstellern wird immer wieder durch neue Nachwuchstalente ergänzt. Auch die Kulissenarbeit wie Licht und Ton, Kostüme und Bühnenbild wurde von Schülern übernommen.
Die Arbeit lohnte sich: Nach einer Reihe von Geständnissen und dem Ergebnis der Gerichtsmedizin, dass Greifenbrecht einen natürlichen Tod durch Herzversagen gestorben sei, würdigte das Publikum die Leistung der Theater-AG mit einem lang anhaltenden, begeisterten Applaus.

10.05.2007

Von Simone Schwalm
Oberhessische Presse

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