Stiftsschule bildet Mediatoren aus

Acht Jungen und Mädchen können das "richtige Streiten" anleiten

Amöneburg. Acht Jungen und Mädchen der Stiftsschule ließen sich zu Schülermediatoren, das heißt zu Streitschlichtern, ausbilden.  
Im vergangenen Schuljahr hatten sich die acht Schüler an einer Arbeitsgemeinschaft beteiligt, die wöchentlich jeweils zwei Stunden in Anspruch nahm. Von Ausbilderin Adelheid Riedl lernten sie die Grundlagen der Mediation in Theorie und Praxis kennen.
Schulleiter Gregor Späte erfuhr von einer der neuen Mediatorinnen: "Ich habe gelernt, mir beim Streiten auch mal die andere Seite anzugucken. Dieser Rollentausch bringt mir selbst viel."


Schulleiter Gregor Späte (links) und Ausbilderin Adelheid Riedl (Dritte von rechts) zeichneten die neuen Schülermediatoren aus.


Foto: Paul Lang


Andere berichten von der Möglichkeit, die neu gewonnene Kompetenz auch im späteren Berufsleben einzusetzen und selbst "anders streiten" zu können. Riedl betont, dass die Schülermediatoren im Schulalltag diejenigen seien, die sich generell sozial einsetzten. "Viele sind auch im Schulsanitätsdienst, waren schon als Betreuer mit auf einer Lourdes-Wallfahrt oder engagieren sich in der Jugendarbeit."
"Für mich ist das ein Lebensprinzip geworden: Es gibt keine Verlierer. Das will ich Euch mitgeben, stellt Euch so auf die Menschen ein", sagte Riedl zu den Mediatoren. Mediation ist in Amöneburg seit Jahren auf Initiative der SV hin fester Bestandteil von Schulprogramm und Selbstverständnis. Mediation geht prinzipiell davon aus, dass Streiten an sich nichts Schlechtes ist. Konflikte können Kreativität hervorrufen und für positive Veränderungen verantwortlich werden. Wichtig ist jedoch, richtig zu streiten. Am Ende eines "gelungenen Streites" gibt es nur Sieger, keine Verlierer.
Zum "richtigen Streiten" gehört es, einander zuzuhören, die verschiedenen Positionen kennen zulernen und zuzulassen und schließlich auch im Rollentausch Verständnis für die unterschiedlichen Haltungen zu erreichen und gemeinsam Lösungen zu suchen.
Ihren Mitschülern bieten sie im kommenden Schuljahr die Moderation von Konfliktgesprächen an, wozu Schüler allerdings freiwillig kommen müssen.
Die neuen Schülermediatoren aus den Jahrgangsstufen 9 und 12 sind Stefanie Sack, Melanie Bieker, Patricia Limper, Anne-Marie Schindler, Leonie Pantel, Philipp Bangert, Lea Tüns und Mareike Michele.

28.06.2008

von Paul Lang
Quelle: Oberhessische Presse vom 28.6.2008

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