Schulgemeinde

Amöneburg, 06.05.2020

 

Liebe Schüler, liebe Eltern, liebe Lehrkräfte,

 

Die Schule geht wieder los! Dieser Satz klingt in diesen Tagen ganz anders, als wenn nach einer Ferienzeit der Unterricht wieder beginnt. Seit fast zwei Monaten ruht der normale Schulbetrieb. Wir haben uns alle in kürzester Zeit auf schwierige Umstände einstellen müssen und dabei versucht, das Lernen der Schülerinnen und Schüler auf andere Art am Laufen zu halten. Je länger diese Phase der Isolierung anhält, umso deutlicher ist Unruhe und Ungeduld zu spüren. Wir erfahren auch von Ihnen und Euch, wie schwierig es ist, in den häuslichen Verhältnissen ein vernünftiges Lernen zu organisieren. Was wir an Ergebnissen davon zurückgemeldet bekommen, ist aus unserer Sicht sehr erfreulich und motiviert uns auch in unserer Arbeit, die uns täglich Neues abverlangt, um allmählich wieder zu geordneten Verhältnissen zurückkehren zu können. 


Nun soll der Unterricht ab dem 18.5. wieder beginnen, aber geordnete Verhältnisse sind noch lange kein Normalzustand. Viele selbstverständliche Dinge lassen sich nicht mehr regeln wie bisher, aber neue Pläne zu erstellen fällt schwer, wenn das, was kommen soll, zunächst nur schemenhaft angedeutet ist. Wir nehmen uns in etwa wahr wie Landwirte, deren Arbeit vom Wetterbericht abhängig ist, der aber nur für wenige Tage im Voraus einigermaßen sicher gegeben werden kann.


Weil die Pandemie in ihrer Wirkung und Verbreitung so gefährlich ist, sind Hygieneregeln in der nächsten Zeit das Wichtigste. Dafür zu sorgen, dass sie in der Schule für viele Hundert Menschen gleichzeitig umgesetzt werden können, sind viele Anstrengungen nötig gewesen und die Beachtung der Regeln das Wichtigste, was wir zu unserem eigenen Schutz tun können.


Deshalb unsere erste und wichtigste Bitte: Machen Sie sich mit den Hygieneregeln vertraut, die Ihnen zeitnah per Mail zugehen werden.


Wir haben inzwischen ein Modell für den Unterricht erarbeitet, mit dem wir den Unterricht wieder beginnen können, egal welche Klassen zuerst aufgerufen werden. Es bleibt aber Unterricht unter besonderen Umständen: Abstand ist das „neue Normal“! Weil wir deshalb doppelt so viele Lerngruppen wie bisher haben, aber – wegen Zugehörigkeit zu Risiko-gruppen – weniger Lehrkräfte als sonst, kann der Stunden- und Wochenplan nicht normal ablaufen.


Was sicher normal bleibt, ist der Zeitrahmen der Schultage von 7.45 Uhr bis 14.30 Uhr.


Einige Details des Unterrichtsplans müssen noch bearbeitet und mit Verantwortlichen besprochen werden, wir sind aber zuversichtlich, dass wir Ihnen und Euch bis zum Freitag den Plan vorstellen können, nach dem wir dann den Rest des Schuljahres organisieren und so auch Planungssicherheit für die kommenden Wochen geben wollen. Die erste Voraussetzung dafür ist, dass wir die nächsten Regelungen des Landes Hessen kennen. Für Donnerstag, den 7.5.2020, sind Entscheidungen angekündigt, die wir dann umsetzen sollen.


Aber auch zu diesen Planungen wird es Ausnahmen geben. Eine davon betrifft die Zugehörigkeit zu Risikogruppen und deren Schutz. Für Kinder, die mit Personen in einem Haushalt leben, die zu einer der Risikogruppen gehören, bleibt die Schulpflicht ausgesetzt, d.h. sie können - nach Beantragung bei der Schulleitung - weiter zuhause bleiben und nehmen dann nicht am Unterricht in der Schule teil. Das gilt selbstverständlich auch, wenn die Kinder selbst einer Risikogruppe zuzurechnen sind.


Da wir für unsere Planungen wissen müssen, welche Kinder aufgrund dessen nicht in die Schule kommen, bitten wir Sie, liebe Eltern, uns den ausgefüllten Antrag bis zum Freitag, dem 8.5.2020, ausgefüllt an die Adresse schulleitung@stiftsschule.de zurückzuschicken, falls Ihr Kind davon betroffen ist.


Wir hoffen und wünschen, dass die Ungeduld über den fehlenden Schulunterricht, sich bald in Freude darüber wandelt, endlich wieder zur Schule gehen zu können, und dass sich diese Ungeduld noch ein paar Tage zügeln lässt. Wie lange das noch nötig ist, haben wir nicht selbst in der Hand, aber wir freuen uns jetzt schon darauf, wenn unsere Schule wieder mit Leben erfüllt ist. Es dann mit Schülern zu tun zu haben, die sich noch nie so wie jetzt darauf gefreut haben, in die Schule gehen zu können, motiviert alle, dann auch besondere Anstrengungen auf sich zu nehmen, die uns die ungewöhnliche Situation weiter abverlangt.


Wir freuen uns auf unsere Schüler und arbeiten daran, dass der Neustart gelingt. Bleiben Sie alle gesund, munter und noch ein wenig geduldig!

Bis bald!


Für die Schulleitung


Björn Mayr, Schulleiter

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