Compassio

Über die Schule hinausschauen

Compassio öffnet Schule in neuer Weise einer "Außenwelt", schafft an vielen Punkten unübliche Begegnungsmöglichkeiten. Für manche Stellen sind Praktikanten natürlich eine "Zumutung", eine zusätzliche Aufgabe in einem oft angespannten Berufsalltag.

Manche Mitarbeiter von Praktikanten erleben das Zusammenkommen mit "ganz normalen Schülern" aber auch als Herausforderung. Sie werden mit ungewohnten Fragen konfrontiert und das kann bereichern.

So geschaffene Kontakte ermöglichen vielfältige Fortführungen: Einbindung in Unter-richtsprojekte der Unter- und Mittelstufe (z.B. Besuch einer Obdachlosenküche über eine Unterrichtsreihe "Randgruppen"), Engagement von Schülerinnen und Schülern in ihrer Freizeit (z. B. als freiwillige Helfer in Altenheimen), Begegnungen des Kollegiums mit "Nicht-Schul-Leuten" usw.

Hintergründe

Compassio ist ein Projekt, dem sich unter der englischen Bezeichnung "compassion" mehr und mehr katholische Schulen in freier Trägerschaft anschließen. Den Hintergrund bildet eine Arbeitsgruppe der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz, die sich seit 1992 der Aufgabe stellt, Schule über den Horizont der Wissensvermittlung hinaus zu führen.

Die Wurzeln der Compassio an der Stiftsschule liegen im Jahr 1993. Damals unternahmen erstmals Oberstufenschüler freiwillig "Schnupperpraktika" in kirchlichen Einrichtungen. Zum "flächendeckenden Pflichtprogramm" der Schule gehört das Praktikum seit 1996. Übrigens wurde seine Dauer von ursprünglich einer Woche auf Wunsch der Elternschaft auf 14 Tage ausgedehnt. Jahr für Jahr nehmen etwa 100 Schülerinnen und Schüler an diesem Programm teil.

Fachliteratur

Wissenschaftlich hinterfragt wurde die Amöneburger Compassio bisher durch eine Diplomarbeit des Fachbereichs Sozialpädagogik der FH Fulda im WS 1999/2000. Vor allem Lothar Kuld, Dozent an der PH Karlsruhe, zeichnet in den letzten Jahren für viele fachwissenschaftliche Veröffentlichungen rund um "compassion" verantwortlich.


Engagement: Zeitschrift für Erziehung und Schule. Münster: Verlag Aschendorff. Heft 2/2000. Es enthält Beiträge u. a. von Bischof Manfred Müller, Johann Baptist Metz, Adolf Weisbrod und Jürgen Rekus. .
 

Engagement: Zeitschrift für Erziehung und Schule Münster: Verlag Aschendorff. Heft 1/2005. Nach fünf Jahren werden auch kritische Überlegungen artikuliert - etwa nach der Einbindung der Praktikumserfahrungen in die Schule.
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Johann Baptist Metz, Lothar Kuld, Adolf Weisbrod: Compassion - Weltprogramm des Christentums. Soziale Verantwortung lernen. Freiburg i. Br.: Herder 2000. Grundsätzliche Überlegungen etwa zur gesellschaftlichen Entwicklung im Umfeld von Schule werden in diesem Band entfaltet. .
 

Lothar Kuld, Stefan Gönnheimer: Compassion - Sozialverpflichtetes Lernen und Handeln. Stuttgart: Kohlhammer 2000. Untersuchungen darüber, was ein soziales Praktikum in unterschiedlichen Schulen und Altersgruppen bewirkt, werden in dieser Darstellung dokumentiert. .
 

Compassion. Soziales Handeln lernen. Materialien für den Fachunterricht. Hg.: Zentralstelle Bildung der Deutschen Bischofskonferenz Bonn 2000. .
 

Lothar Kuld: Compassion - Raus aus der Ego-Falle. Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag 2003. Mitleid wiederentdecken - Reflexionen aus Theologie und Kirche, aus der Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen. .
 

Compassion-Initiative. Ein Praxis- und Unterrichts-Projekt sozialen Lernens in der Schule. "Forum" - Informationsheft für die Freien Schulen der Erzdiözese Freiburg i. Br. 1999. .
 

Vertretungsplan

 

Das Stiftsschul-Buch