Hilfsprojekte

Schoko-Nikolausaktion für afghanische Mädchenschule

Amöneburg. Süße Überraschungen gab es für viele Schüler und Lehrer an der Amöneburger Stiftsschule zum Beginn der Weihnachtsferien: ein Präsentteam aus Oberstufenschülerinnen verteilte Hunderte von Schokoladen-Nikoläusen. - von Paul Lang -  
Hintergrund der charmanten Tat war eine Projektarbeit im Fach Politik und Wirtschaft. Neun Schülerinnen entschieden sich in diesem Rahmen, am Beispiel von Afghanistan das vorgegebene Thema „Internationale Konflikte“ aufzuarbeiten. Dazu nahmen sie Kontakt mit der „Initiative Afghanisches Hilfswerk“ e. V. auf. Sie erfuhren von deren Einsatz für Mädchenschulen; sie sammelten Informationen, führten Gespräche und Interviews und entschieden schließlich, dass ihre Arbeit in eine praktische Hilfsaktion münden soll.

Mit Plakaten und Flyern, Gesprächen in allen Klassen und Kursen mobilisierten sie die Schülerschaft. Seit Ende November sammelten sie nach einer Idee von Schülern des Vorjahres Beiträge für ihre Nikolaus-Aktion. Für jeweils 1,50 € stellten sie nun die dabei beauftragten süßen Gaben zu. Eine angehängte Grußkarte verrät dabei jeweils den Absender und einiges über den Hintergrund der Aktion.

Nicht ohne berechtigten Stolz überreichten die engagierten Schülerinnen nun den Erlös in Höhe von 800 € an Shaima Ghafury, die Vorsitzende des Vereins. Im Rahmen einer kleinen Begegnung würdigte die seit den 90er Jahren in Deutschland lebende Afghanin die Aktion. „Legen Sie Wert auf das, was Sie in Deutschland haben“, unterstrich sie dabei. „Für Sie ist es alltäglich, wonach sich andere sehnen.“ 

„In Afghanistan sollen auch Mädchen selbstverständlich zur Schule gehen können“, betont Angelique Schantz, eine der Initiatorinnen. Und ihre Schwester Annabell ergänzt: „Das hat uns schon erschrocken, dass Mädchen in öffentlichen Räumen unterrichtet werden müssen, damit sie sicher vor Anschlägen der Taliban sind.“ 

Tatsächlich sei, ergänzt Reinhard Forst, Afghanistan-Helfer der ersten Stunde, in den letzten 20 Jahren ein großer Bewusstseinswandel in Afghanistan eingetreten: „Die Familien dort wollen heute, dass Mädchen zur Schule gehen.“ Und Kursleiter Eugen Balzer führt aus: „Mindestens so wichtig wie der erfreuliche Erlös der Nikolaus-Aktion ist das, was an Nachdenken und Bewusstwerden hier bei uns in Gang gesetzt wird.“

Ines Laubersheimer und Valerie Schwarzmayr schließlich ergänzen: „Unsere Aktion soll weitergehen. Deshalb haben wir einen Reader erstellt, den andere Schulen und Schüler nutzen können, die etwas Ähnliches vorhaben.“ 

Aktions-Reader und Kontaktadressen sind über das Sekretariat der Stiftsschule zu erhalten: Tel. 06422-938500 – Email: sekretariat@stiftsschule.de


Zum Foto: Einen Scheck über 800 € überreichten Schülerinnen der Stiftsschule an Shaima Ghafury, Vorsitzende der „Initiative Afghanisches Hilfswerk“ e. V. Politik-Lehrer Eugen Balzer (hinten Mitte), Schulleiter Hans-Georg Lang und Afghanistan-Helfer Reinhard Forst (hi. rechts) freuen sich mit den Akteuren über den großen Erlös ihrer Nikolaus-Aktion. Neun Schülerinnen setzten sich für afghanische Schülerinnen ein (von links): Annabell Schantz, Ines Laubersheimer, Valerie Schwarzmayr, Sophia Ried, Viktoria Becker, Angelique Schantz, Jana Schneider, Lenja Ramb und Ann-Kathrin Kuhn.

OP-Foto: Paul Lang.

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