Unsere Schule

Sportler übertönen Ansprache des Schulleiters

Einweihung mobiler Trennwand zwischen Aula und Sporthalle

Normalerweise müsste ein Schulleiter sehr verärgert sein, wenn Schüler eine offizielle Ansprache im Lärm untergehen lassen. In diesem Fall jedoch war die Krawalldemonstration von Schulleiter Hans-Georg Lang erwünscht, denn so konnte den Sponsoren und Gästen der offiziellen Einweihungsfeier für die neue Trennwand zwischen Aula und Sporthalle deren Notwendigkeit eindrucksvoll vorgeführt werden.

Für die Gäste wurde eine bislang an der Stiftsschule alltägliche Unterrichtssituation inszeniert: Während im unteren Hallenbereich eine Klasse Volleyball spielte, wurde im Aula-Bereich auf der Bühne eine Theaterszene einstudiert. Gleichzeitig begrüßte der Schulleiter seine Gäste, die in der Aula Platz genommen hatten. Weder von seiner Begrüßung noch vom gesprochenen Text der Schauspieler war dank des Sportlerlärms viel zu hören und zu verstehen.

 
Was ein langjähriges Problem für Sportler und Theatergruppen war und nicht selten für Unmut sorgte, weil die Sportler kurz vor Theateraufführungen „ihre“ Halle komplett verlassen mussten, konnte nun durch eine mobile Trennwand zwischen den beiden Funktionsbereichen erreicht werden. Die Lösung klingt einfach, harrte jedoch jahrelang der Umsetzung, da eine mobile Trennwand, die einerseits innerhalb weniger Minuten leicht zu öffnen und zu schließen sein muss und andererseits die Vorgabe, nahezu schalldicht zu sein, erfüllen muss, eine recht teure Angelegenheit darstellt. Eine nennenswerte Summe im fünfstelligen Bereich war aufzubringen, die letztlich durch unterschiedliche Geldgeber gestemmt werden konnte. Einen großen Teil übernahm das Bistum Fulda als Schulträger, das bei den Einweihungsfeierlichkeiten durch seine neue Schulamtsleiterin Julia Metzger vertreten wurde. Frau Metzger dankte in ihrem Grußwort auch im Namen des Bistums den anderen Unterstützern, die die Umsetzung ermöglicht haben. Darunter das Land Hessen, das durch den Staatsminister der Finanzen, Dr. Thomas Schäfer vertreten wurde und ein größeres heimisches Unternehmen, das am Schluss eine noch bestehende Finanzierungslücke schloss. Die Eltern brachten sich mit verschiedenen Aktionen, wie zum Beispiel einer Nikolaus-Aktion, sowie über den Förderverein in die Projektfinanzierung ein. Dr. Ortwin Schuchhardt kündigte für die Elternschaft an, dass solche spontanen „Hauruck-Aktionen“, wie sie für diese Maßnahme durchgeführt wurden, auch in Zukunft geplant seien. Dr. Stefan Heck als Vorsitzender des Ehemaligenvereins Amoeneburgia erinnerte sich in seinem Grußwort an seine eigene Schulzeit und stellte fest, dass das Problem zwischen Theaterspiel und Sport damals noch nicht so aufgetreten sei. Er berichtete von seiner kurzen eigenen schauspielerischen Karriere an der Stiftsschule und orakelte darüber, in welchem Zusammenhang sein Auftritt damals mit dem erst später erfreulicherweise wachsenden Theaterbetrieb stehen könnte. Gabriele Guldin lobte für den Förderverein die Verzahnung und Zusammenarbeit verschiedener Institutionen und Gruppen bei der Realisierung des Projekts und drückte damit in die Zukunft blickend den Wunsch und die Hoffnung aus, dass man auch an anderer Stelle, diesem Beispiel folgend, Maßnahmen schneller umsetzen könnte.  

Jan-Gernot Wichert

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