Hilfsprojekte

Spendenübergabe in Deggendorf (Donnerstag, 19.09.2013)

Schulleiter Hans-Georg Lang und der Organisationsleiter des Sponsorenlaufs Tobias Brandt fuhren persönlich nach Deggendorf, um den Spendenscheck in Höhe von 10.000 € zu übergeben. Sie wurden vom 3. Bürgermeister der Stadt, Herrn Hermann Wellner, der selbst von der Flutkatastrophe unmittelbar betroffen ist, empfangen und sehr ausführlich informiert:

Juni:   Eine Straße in Fischerdorf nach Rückgang des Hochwassers.
Juni: Eine Straße in Fischerdorf nach Rückgang des Hochwassers.

Juni: Eine Straße in Fischerdorf nach Rückgang des Hochwassers.

 

August: Das erste Haus in Fischerdorf, das vom Heizöl so stark kontaminiert worden war, dass es abgerissen werden musste.

 
 

1) Die Größenordnung der Katastrophe (in Stichworten)

  • Die Wassermassen der Isar erreichten auf ihrem Höhepunkt die Größe des Tegernsees (!).
  • Die Autobahnverbindung (Lebensader) der Stadt war tagelang unterbrochen.
  • Die hochwassererprobten Menschen hatten bis zum Schluss geglaubt, das Hochwasser werde übliche Dimensionen erreichen und es würde daher ausreichen, Hausrat und wichtige Gegenstände im ersten Stock zu sichern. Wie sich herausstellte, stieg das Wasser aber im Schnitt auf über 2,50 m an und einige tiefer gelegene Häuser versanken sogar bis zum Giebel im Wasser. 
  • Als die Nachricht kam, dass der Damm brechen würde, war daher keine Zeit, Wertvolles zu retten außer vielleicht einige wichtige Versicherungsunterlagen (aber nicht einmal das gelang allen Einwohnern).
  • Als der Damm brach, gab es eine ca. 1,50m hohe Flutwelle, die etliche Öltanks aus der Verankerung riss und sämtliche Schuppen, in denen Feuerholz gelagert wurde, zerstörte, so dass das ganze Tal von Trümmern und einem Ölfilm übersät war - dazu kamen noch etliche Tierkadaver.

2) Die Aufräumarbeiten

  • Als die Pegel sanken, starteten zuerst die Feuerwehren und das THW einen Großeinsatz und versuchten den Ölfilm auf dem Wasser abzusaugen. Welche Größenordnung die Verschmutzung hatte, kann man daraus erkennen, dass allein bei diesem Durchgang etwa 250.000 Liter Heizöl durch Filtern zurückgewonnen werden konnten! 
  • Jeglicher Hausrat musste entsorgt werden. Alles, was mehrere Tage lang im Wasser stand, war durch das Öl-Wasser-Gemisch völlig aufgeweicht, zerstört oder durch den Gestank unwiderruflich verloren. Die Ausdünstungen konnten wir später bei unserem Kurzbesuch noch nach drei Monaten intensiv (!) wahrnehmen. Viele ältere Menschen verloren auch ihre sämtlichen Lebenserinnerungen (Fotos, Briefe…). 
  • Danach mussten die Häuser trocken gelegt werden. Herr Wellner berichtet, dass allein in seinem Haus mehrere Wochen lang bis zu 8 Trockengeräte liefen und in den ersten Tagen jeweils über 100 Liter Wasser aus den Mauern sogen.
  • Ein Problem entstand durch die hohen Temperaturen, die ab Mitte Juni in ganz Deutschland herrschten: es drohte Schimmel, da eine Trocknung nur bei geschlossenen Räumen erfolgen kann. Also mussten die Räume einzeln abgedichtet werden (Verhindern der möglichen Ausbreitung von Schimmelsporen), dann mit Bohrungen Luft zugeführt bzw. abgesaugt werden.
  • Der nächste Schritt war das Entfernen des Putzes überall da, wo das Öl hingekommen war. Noch ahnte niemand, wie stark die Kontamination war. Bis heute müssen noch - nach monatelanger Investition von Arbeitskraft und Geld - immer wieder Hausbesitzer darüber informiert werden, dass die Bodenplatten ihrer Häuser so vom Öl durchzogen sind, dass statische Probleme entstanden sind bzw. ein so dramatisch erhöhtes Krebsrisiko gegeben ist, dass nur die Möglichkeit bleibt, die Häuser (als Sondermüll) abzureißen.

3) Das Aufbauprogramm

  • Ein noch nie zuvor versuchter finanzieller Gewaltakt soll dafür sorgen, dass kein Betroffener seine Lebensgrundlage verliert: 80% des real entstandenen Schadens werden vom Bund und Staat pauschal ersetzt – ohne Ansehen der Person und des Alters des Hauses. Diese Summe beinhaltet die Entsorgung des (Sonder-) Mülls. Die Auszahlung dieser Gelder hat schon im September begonnen.
  • Kreis und Stadt wollen dann sukzessive und nach eingehender Prüfung die übrigen Gelder, die zur Verfügung stehen (das Spendengeldkonto beläuft sich zum Zeitpunkt dieses Berichts auf etwa 3,8 Mio. Euro), auszahlen. Hier kommt dann unser Beitrag ins Spiel und hier werden dann die Lebensumstände jeder einzelnen Familie gewürdigt – das hat natürlich die unangenehme Konsequenz, dass jeder Bürger seine Finanzen bis auf den letzten Cent offenlegen muss.

Herr Wellner bedankte sich dann nach seinem sehr authentischen Vortrag noch einmal für unsere Spende und erzählte bewegt von einigen ganz besonderen Spenden, die Deggendorf erhalten hat.

Die anschließende Ortsbegehung in Fischerdorf, dem am stärksten betroffenen Stadtteil von Deggendorf, verschaffte Herrn Lang und Herrn Brandt sehr zwiespältige Eindrücke:
Einige Häuser standen äußerlich fast unversehrt da, einige waren renoviert bzw. frisch verputzt; einige waren offensichtlich ganz aufgegeben, bei einigen war der Putz bis zur zweiten Etage heruntergehauen und bei einigen waren dramatische Ölschäden zu erkennen, die aktuell immer noch in ihrer Schwere bewertet werden.
Überall gab es Baulärm, der von zahlreichen Aktivitäten rührte: eine Straßenbaufirma war aktiv, an mehreren Häusern wurde Putz aufgebracht, an anderen betoniert oder gemauert.

Die beiden Besucher nahmen als bleibenden Eindruck mit, dass bei einer Bilanz von ca. 500 beschädigten Häusern und etwa 100 Häusern, die abgerissen und neu errichtet werden müssen, Deggendorf eine Herkulesaufgabe zu stemmen hat, die sich noch über Jahre hinziehen wird.

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