Unterricht

Besuch des Konzentrationslagers Buchenwald

Es gehört zum festen Programm der Geschichtsfachschaft jährlich mit dem letzten Jahrgang der Mittelstufe (unter G8: 9. Klasse, G9: 10 Klasse) ein Unterrichtsprojekt zur Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung der Juden im Dritten Reich durchzuführen.

Im Rahmen dieses Unterrichtsprojekts besuchen die Klassen dann auch die KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar. Der Weg für eine Tagesfahrt ist weit, aber wie sich auch in diesem Jahr wieder zeigte für die Schülerinnen und Schüler sehr eindrücklich.

Die Klassen 10a und 10b besuchten die Gedenkstätte mit ihren Geschichtslehrern B. Blick und J.-G. Wichert am 7. November und damit unmittelbar vor dem 80. Jahrestag der Pogromnacht vom 9. November 1938.

An diesem Tag nutzten die Nationalsozialisten das Attentat des 17jährigen Juden Herschel Grynszpan auf den deutschen Diplomaten Ernst von Rath in Paris aus, um eine angeblich spontane Erhebung des deutschen Volkes gegen die Juden zu inszenieren. Für den 9. November organisierten die Nationalsozialisten – insbesondere durch die SA durchgeführt - einen reichsweiten Terrorakt, der sich gegen Synagogen, Wohn- und Geschäftshäuser und sonstige mit Juden in Verbindung zu bringende Einrichtungen richtete und letztlich zum Tod von ca. 1300 Menschen führte. 

Im Zuge dieses barbarischen Gewaltakts wurden auch tausende Juden verhaftet und in die Konzentrationslager deportiert. Das KZ Buchenwald ist zwar kein Lager, das explizit der Vernichtung galt, sondern als „Arbeitslager“ konzipiert wurde, dennoch starben in diesem Lager zwischen 1937 und 1945 schätzungsweise 56.000 Menschen. Darunter zahlreiche Juden.

Der Raum Marburg ist mit der Geschichte Buchenwalds zum einen durch das Außenlager Münchmühle (Stadtallendorf) und die „Fleckfieber-Versuche“, um Impfstoffe der Behring-Werke zu testen, verbunden. Häftlinge, die für die Versuchsreihen ausgewählt wurden, stand in der Regel ein qualvoller Tod bevor.

Jan-Gernot Wichert