Für eine starke Klassengemeinschaft

Respekt und Vertrauen entwickeln

Respekt und Vertrauen entwickeln

 

Ein Schulwechsel in eine weiterführende Schule ist immer mit Herausforderungen verknüpft. Der Lernstoff wird schwieriger, man muss mehr Verantwortung übernehmen, und noch dazu kommt man in ein neues Umfeld. Schule, Lehrerinnen und Lehrer und selbst die meisten Mitschülerinnen und Mitschüler, mit denen man in den nächsten Jahren tagtäglich zusammen sein muss, sind neu. Eine starke Klassengemeinschaft erleichtert da den schulischen Alltag sehr.

Und nicht nur für die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen gilt das, sondern bei jedem Übergang ist die Situation grundsätzlich gleich, also auch in der 8. Klasse oder beim Eintritt in die Oberstufe.

 

Die Stiftsschule hat als christliche Schule diesen Übergangssituationen, in denen unsere Schülerinnen und Schüler in besonderem Maße Begleitung und Unterstützung benötigen, stets Aufmerksamkeit geschenkt. Es geht ja darum, ausgehend von einem ganzheitlichen Bildungsverständnis die Entwicklung unserer Schülerinnen und Schüler nicht nur in kognitiver, sondern auch in emotionaler und sozialer Hinsicht zu begleiten. Der Klassenlehrertag ganz zu Beginn, die Familienwochenenden in Fulda oder Kennlerntage in der Jahrgangsstufe 8 zeigen, wie organisatorisch Raum für das Anliegen, eine gute Klassengemeinschaft zu bilden, vorhanden ist.

 

Darüber hinaus geht es aber auch im Schulalltag darum, Respekt und Vertrauen zu entwickeln. Ein wichtiger Schritt nach vorne war die Einrichtung von Klassenlehrerteams, so dass unsere Schülerinnen und Schüler stets zwei gleichberechtigte Ansprechpartner in allen Fragen des Schullebens haben. Für die KlassenlehrerInnen hat die Zusammenarbeit im Team neue Möglichkeiten des Austauschs, des Abgleichs von Perspektiven und die Möglichkeit zur gemeinsamen Bewältigung der organisatorischen Aufgaben gebracht. Und natürlich hilft die Gelegenheit, mit vier Augen zu sehen, den Jungen und Mädchen in einer Klasse eher gerecht zu werden.

 

Auch in diesem Schuljahr haben wir die Möglichkeiten, ein positives Klassenklima zu fördern, genutzt und erweitert. Dazu haben je nach Wunsch und Bedarf der einzelnen Klassen, Teamtage stattgefunden, an denen den SchülerInnen Aufgaben gestellt werden, die nur zu einer Lösung führen, wenn die Klasse zusammenarbeitet. Durch die gemeinsamen Übungen und das anschließende Reflektieren der Bedeutung im Bezug einer Klassengemeinschaft bauen die SchülerInnen immer mehr Vertrauen zueinander auf. Oft ist eine positive Veränderung der Klassengemeinschaft, aber auch eine bewusstere und positivere Einstellung gegenüber einzelnen MitschülerInnen zu beobachten. Teamtage dieser Art bereitet die Sozialpädagogin Frau Theißen zusammen mit dem Klassenlehrerteam vor und führt sie mit den Klassen durch.

 

Auch unsere Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer haben sich im Schuljahr 2018/19 mit der Förderung der Klassenentwicklung auseinandergesetzt. Dazu fand ein Seminar der Heraeus-Bildungsstiftung in Marburg statt, das sich ausschließlich an KlassenlehrerInnen der Stiftsschule richtete. An zwei Tagen im März 2019 ging es um Fragen der Gemeinschaftsstärkung und die Entwicklungsphasen von Gruppen, aber auch um bewusste Kommunikation und den Umgang mit Konflikten innerhalb einer Klasse.

 

Die Herausforderungen des Klassenlehrerteams zu meistern und Klassen auf dem Weg zu einer guten Gemeinschaft zu begleiten - das bleibt weiterhin eine zentrale Aufgabe für die pädagogische Arbeit an der Stiftsschule. Denn nur in einem Umfeld, das von Respekt und Vertrauen getragen wird, können sich unsere Schülerinnen und Schüler gut entwickeln.

 

Ilse Seumer

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