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Heute gehen wir Ploggen!

Warum sterben Basstölpel im Atlantik, wenn Thomas sich mit seinen Freunden an der Ohm trifft? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Klasse 6c am Montag, dem 14.12.20, im Rahmen eines fächerverbindenden Projektes zum Thema „Soziales Engagement und Nachhaltigkeit“ mit ihren Lehrern Matthias Grenz und Paul Zahrndt an der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg. Dazu erarbeitete die Lerngruppe die komplexen Zusammenhänge zwischen dem menschlichen Konsumverhalten und der Belastung der Umwelt. Dabei zeigten sie eine große Begeisterung für das Thema und entwickelten leicht umsetzbare Strategien für einen umweltverträglichen Umgang mit Müll. Dabei blieb es aber nicht!

Aktuell besteht aufgrund der Pandemie das Gebot, körperlichen und damit auch emotionalen Abstand einzuhalten. Daher suchten die begleitenden Lehrer eine situationsgerechte Möglichkeit, den Kindern kurz vor der Weihnachtszeit ins Bewusstsein zu rufen, dass gemeinschaftliches Handeln dennoch nach wie vor notwendig und auch möglich ist. Bewegungen wie Fridays-for-Future und der A49-Protest belegen nicht nur die steigende Relevanz, sondern zeigen auch, dass Umweltschutz im Nahraum beginnen muss.

Die Lösungsvorschläge der Klasse zum umweltverträglichen Umgang mit Müll bezogen sich sowohl auf die Vermeidung künftigen Mülls, als auch auf Maßnahmen zur Beseitigung bestehenden Mülls. Eine dieser Maßnahmen ist ein Trend aus Schweden: das Plogging.

Plogging ist ein Kofferwort, also eine Verschmelzung aus den Wörtern “plocka” (deutsch für “pflücken, sammeln, suchen”) und Jogging. Dies kommt in Zeiten, in denen kein normaler Schulsport möglich ist, sehr gelegen, da es das Nützliche (Müll aufsammeln) mit dem Praktischen (joggen) verbindet.

Ausgestattet mit Greifzangen, kompostierbaren Müllsäcken und jeder Menge Spaß zog die Klasse also in Kleingruppen los, um so viel Müll wie möglich in der Umgebung der Schule zu sammeln und das Stadtbild Amöneburgs im Sinne von Gesellschaft und Umwelt zu verbessern.

Nach einer halben Stunde Plogging versammelten sich Klasse und Lehrer mit gefüllten Müllsäcken wieder an der Schule, um den Erfolg der Maßnahme zu bewerten: Die 24 Schülerinnen und Schüler staunten nicht schlecht, als die Gesamtmenge gewogen wurde. 7,7 kg Müll kamen bei der Aktion zusammen. Und das in einer halben Stunde! Alle waren sich einig: das Projekt war ein Erfolg und soll künftig mit anderen Klassen wiederholt werden.

Und was hat nun das Basstölpelsterben mit Thomas und seinen Freunden zu tun? Dieses exemplarische Rätsel steht für den alltäglichen Weg, den Plastikmüll aufgrund unsachgerechter Entsorgung über Flüsse ins Meer und damit bis zu den Meeresvögeln im Atlantik zurücklegt, die verenden, wenn sie die Plastikteile fressen. Damit ist jeder von uns mitverantwortlich für Umweltverschmutzung, kann aber auch durch bewussteres Handeln mithelfen die Natur zu schützen.

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