Bistum Fulda saniert das Rabanushaus

Um heutige Sicherheitsstandards zu erfüllen, wird das Schulgebäude für zwei Millionen Euro umgebaut

Die Weihnachtsferien sind vorbei, aber dennoch bleiben die Klassenräume leer: Das Rabanushaus der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg bleibt wegen Umbauarbeiten bis Dezember geschlossen.
Amöneburg. Das Kinderlachen ist verstummt. Dort, wo vor wenigen Wochen noch Fünft- und Sechstklässler durch die Gänge tollten, steht jetzt eine Kreissäge. Es riecht nach geschnittenem Holz. Tische, Bänke und Tafeln sind verschwunden. In der Ecke eines Klassenraums liegt ein vergessener Winterhandschuh.
„Mit den letzten Unterrichtstagen des vergangenen Kalenderjahres räumten 230 Schüler ihr Schulgebäude neben der Stiftskirche, damit die Bauarbeiten beginnen können", erklärt Dr. Paul Lang, Religionslehrer der Stiftsschule, den ungewohnten Anblick in dem ehemaligen Internatsgebäude.
Das in den 1960er Jahren errichtete Gebäude muss aus Brandschutzgründen umgebaut werden. Zunächst provisorisch hatte die Stiftsschule nach der Auflösung des Internatsbetriebes Ende der 1970er Jahre das Rabanushaus als Unterrichtsgebäude übernommen. Acht Schulklassen waren bisher dort untergebracht.
Außerdem gab es zwei Konferenzräume, Bastelräume, Fachräume, eine Bibliothek, eine Lehrküche sowie eine Schulkapelle. Von letzterem lassen die Handwerker die Finger. Die Tür zur Kapelle ist mit einer Kunststofffolie versiegelt. „Die Kapelle wurde erst vor einigen Jahren saniert", erklärt Schulleiter Hans-Georg Lang.
Schulleiter Hans-Georg Lang blickt auf das Rabanushaus. Das in den 1960er Jahren errichtete Gebäude wird modernen Anforderungen angepasst. Äußerlich wird sich die Heimat der fünften und sechsten Klassen nicht verändern.   
Foto: Tobias Hirsch

Der Rest des Gebäudes wird bis auf den Rohbau zurückgebaut. Anschließend wird das Gebäude saniert und sämtliche Leitungen und sanitären Einrichtungen erneuert. Der wichtigste Umbau ist die Errichtung eines zweiten Treppenhauses als Fluchtweg, damit das Rabanushaus den vorgeschriebenen Sicherheitsstandards entspricht.
Im Zuge der Umbauarbeiten sollen weiterhin die Räume den Bedürfnissen heutiger Schulen angepasst werden. Das beinhaltet auch die Schaffung von Gruppen- und Aufenthaltsräumen sowie eines multifunktional nutzbarem Konferenzsaals im Erdgeschoss, dem ehemaligen Speisesaal des Internats.
Die Kosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. 1,1 Millionen Euro davon werden aus dem Konjunkturporgramm 11 finanziert. Die Arbeiten sollen bis Dezember dauern. Die acht Klassen mit ihren insgesamt 230 Schülern werden während dieser Zeit in anderen Räumen der Schule untergebracht. „Diese Wanderklassen sind keine Dauerlösung, aber für einen gewissen Zeitraum geht das schon", sagt Hans-Georg Lang. Der Unterricht werde unter den Baumaßnahmen nicht leiden.

20.1.2010

von Tobias Hirsch
Quelle: Oberhessische Presse vom 20.1.2010
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