Entkernen bis in den Rohbau

Bistum Fulda renoviert das Rabanushaus in Amöneburg

Amöneburg (aws). Mit hohem finanziellen Aufwand lässt das Bistum Fulda, Schulträger der Amöneburger Stiftsschule, das unmittelbar an die Burgruine angrenzende Rabanushaus derzeit renovieren.

Die Kosten dafür werden voraussichtlich rund zwei Millionen Euro betragen. Davon unterstützt das Land Hessen den Schulträger aus den Mitteln des Konjunkturprogramms mit 1,1 Millionen Euro.
Mit dem letzten Unterrichtstag des vergangenen Kalenderjahres hatten bereits rund 230 Fünft- und Sechstklässler nicht ganz ohne Wehmut „ihr" Schulgebäude gegenüber der Stiftskirche geräumt. Die Umorganisation des Unterrichtsbetriebes hatte den Verantwortlichen durch die Einrichtung von sogenannten „Wanderklassen" dabei keine Probleme bereitet.

Mit einem Kostenaufwand von rund zwei Millionen Euro wird das Rabanushaus in diesem Jahr einer Komplettsanierung unterzogen.

(Foto: Wieber)

Bei den Bauarbeiten, die mittlerweile bereits begonnen haben, erhält das in den 60er Jahren zunächst als Internat errichtete Gebäude nicht zuletzt aufgrund der hohen Auflagen aus dem Brandschutz dringend erforderliche Um- und Einbauten. Zunächst provisorisch hatte die Stiftsschule nach der Auflösung des Internatsbetriebes Mitte der 70er Jahre das Rabanushaus als Unterrichtsgebäude übernommen. Acht Schulklassen fanden dort bisher ihren Raum, außerdem zwei Konferenzsäle, Bastelräume, weitere Fachräume, die Schulbibliothek, eine große Lehrküche und die Schulkapelle.

Fertigstellung im Dezember

Mit erheblichem Aufwand, dabei wird das Gebäude teilweise bis in den Rohbauzustand zurückversetzt, werden in den nächsten Monaten entsprechend den heute für Schulen vorgegebenen Sicherheitsstandards zusätzliche Fluchtwege und ein zweites Treppenhaus eingebaut. Im Zuge der Baumaßnahmen werden sämtliche Installationen und Einbauten im Elektro-, Sanitär-und Lüftungsbereich erneuert oder ausgetauscht und die Räume den Bedürfnissen heutiger Schulen, insbesondere an das achtjährige Gymnasium, angepasst. Dies bedeutet, nach Angaben von Schulleiter Hans-Georg Lang, sowohl die Schaffung von Aufenthalts- und Gruppenarbeitsräumen, aber auch die ansprechendere Gestaltung der auch künftig multifunktional zu nutzenden Konferenzsäle im Erdgeschoss.
Die im Rabanushaus untergebrachte Kapelle, die erst kürzlich saniert worden war, wird derzeit nicht genutzt und ist von der Umbaumaßnahme nicht betroffen. Die auf dem Dach des Gebäudes aufgestellte Mobilfunkantenne wird, laut Schulleiter Lang, in absehbarer Zeit abgebaut werden. Denn der Pachtvertrag des Bistums mit dem Mobilfunkbetreiber sei nicht mehr verlängert worden. Im Dezember dieses Jahres soll das Gebäude fertiggestellt sein.

19.1.2010

Quelle: Marburger Neue Zeitung vom 19.1.2010
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