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Der erste Schritt ist geschafft
Zertifikat belegt: Stiftsschule ist auf dem Weg zur "Gesundheitsfördernden Schule"
Amöneburg. Dazu erhielt das humanistische Privat-Gymnasium im Staatlichen Schulamt ein Zertifikat. Das Zertifikat „Ernährung und Verbraucherbildung" ist ein Teilzertifikat auf dem Weg zum Gesamtzertifikat „Gesundheitsfördernde Schule". Insgesamt gibt es drei Zertifikate auf dem Weg zu diesem Titel: »Sucht- und Gewaltprävention", „Bewegung und Wahrnehmung" und „Ernährung und Verbraucherbildung".
Die „Gesundheitsfördernde Schule" ist laut der Vorgaben des Kultusministeriums eine Schule, die der Gesundheit eine zentrale Bedeutung im schulischen Alltag einräumt. Dabei soll sich die Schule weniger um das kümmern, was krank macht, sondern sich auf das konzentrieren, was gesund hält. Damit wird ein positives Verständnis von Gesundheit in den Mittelpunkt gestellt und der Blick auf gesundheitsfördernde Faktoren, Bedingungen und Ressourcen gerichtet. Es wird also nicht nach Defiziten gesucht, sondern nach dem, was bereits funktioniert, heißt es dazu im Begleitmaterial aus Wiesbaden.
Will eine Schule an dem Gesundheitsförderungsprogramm des Kultusministeriums teilnehmen, stellt sie einen Antrag auf Zertifizierung beim Staatlichen Schulamt und versieht diesen mit begründeten Anlagen. Hierzu gehört beim Teilzertifikat „Ernährung undVerbraucherbildung", dass die Schule sich selbst bewertet und diese Bewertung an das Staatliche Schulamt weiterleitet. Daraufhin wird ein Termin für eine Fremdbewertung ausgemacht. Hat eine Schule nach dem Besuch durch das Staatliche Schulamt die mindestens 30 erforderlichen Punkte für die Zertifizierung erhalten, steht dem Zertifikat nichts mehr im Wege.
Die Stiftsschule stellte im Juni 2011 den entsprechenden Antrag. Der Schulbesuch fand am 15. September statt. Nach dem Besuch und dem abschließenden Gespräch vergab das Schulamt 33 Punkte an die Stiftsschule: Klassenziel erreicht.
Der für „Schule und Gesundheit" zuständige Schulamtsdirektor und stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts in Marburg, Bernhard Drude, überreichte das Zertifikat an die Schule.
Sehr gut gelungen sei das Konzept der Essensversorgung für die jüngeren Schüler der Klassen 5 und sechs. Nach dem Vormittagsunterricht gebe es eine 60-minütige Mittagspause mit gemeinsamem Essen im Johanneshaus, dem Schulhaus für die Fünft- und Sechstklässler. Für die Zeit nach dem Essen könnten sich Schüler in verschiedene Neigungsgruppen einwählen, lobte Drude. Außerdem wirke sich das einmal wöchentlich stattfindende und verbindliche gemeinsame Essen mit den Klassenlehrern sehr positiv auf das Klassen- und Schulklima aus.
Hervorzuheben ist für Drude auch, dass die Stiftsschule Amöneburg mit Unterstützung des Fördervereins allen Schülern kostenlos Obst anbietet. Der wöchentliche Verbrauch von etwa 50 Kilo Obst zeige, dass das Angebot von den Schülern auch angenommen werde. Die Schule stehe im regen Austausch mit den verschiedenen Essensanbietern und es fänden regelmäßig ausführliche Evaluationen der Angebote statt. „Es herrscht insgesamt an der Schule ein sehr deutliches Bewusstsein dafür, dass die Versorgung durch Cafeteria und Schulkiosk die Gesundheitsförderung unter Berücksichtigung der Ernährungsvorlieben der Schüler im Blick hat", so Drude.
Das Zertifikat gilt nun für vier Jahre. Die Stiftsschule strebe nicht nur die Erneuerung des Zertifikats im Jahr 2015 an, sondern wolle auf dem Weg zur „Gesundheitsförderndenden Schule" jetzt auch das zweite Teilzertifikat Sucht- und Gewaltprävention angehen, sagte Schulleiter Hans Georg Lang.
14.11.2011
Quelle: Oberhessische Presse vom 14.11.2011
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