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Theater 

Die Amazonen - ein barbarisches Lustspiel 

Wieder einmal wussten die Mitglieder der Theater-AG ihre Zuschauer mit einem Lustspiel gut zu unterhalten. Die Schüler zeigten unter der Leitung von Petra Städer und Stefan Völker eine komische Version der Geschichte der Amazonen.

Dabei dreht sich die Geschichte um das Theaterthema schlechthin - die Liebe. Natürlich ist es den Amazonen gerade verboten, sich in die Väter ihrer Kinder zu verlieben, doch scheint dieses Gesetz nicht wirklich den Gepflogenheiten des dargestellten Volkes zu entsprechen. 

Dieses Volk hat zwei Königinnen, die die Regeln (die sich ausschließlich um die Zeugung des weiblichen Nachwuchses drehen) am besten kennen: Penthesilea gespielt von Victoria Selle und Hippolyte, die von Marlen Faust dargestellt wurde. 

Erstere sollte nun in einem Kriegszug für den Nachschub an männlichen Gefangenen sorgen und ungeduldig erwarten nicht nur die Wachen Talestris und Thomyris (Melissa Blank und Tina Bornmann) darauf, auch einen Mann von den zahlreichen Gefangenen zugeteilt zu bekommen. 

Dementsprechend groß ist die Enttäuschung aller Amazonen, als Penthesilea mit gerade einmal einem Gefangenen zurückkommt. Dafür ist dieser der weltbekannte Achilles (Simon Losekam), der sich weigerte gegen das Heer der Amazonen zu kämpfen - schließlich seien dies Frauen. So wird den Zuschauern bald klar, dass die taktische Kampfesausbildung von Penthesilea doch besser von der Kriegerin Antiope (Katharina Selle) geleitet worden wäre und nicht von den Müttern der Königinnen (Medusa: Friederike Dippel und Myrrhyne: Johanna Michl). Deren Vorstellung von Kriegen der Amazonen ist die, dass die Gegner sich ohne Kampf auf dem Schlachtfeld ergeben und sich freiwillig in die Gefangenschaft begeben.

Nachdem sich anscheinend die Amazonen auf dem Schlachtfeld nicht sonderlich kriegerisch gezeigt haben, entbrennt nun ein umso größerer Kampf darum, wer den Kriegsgefangenen heiraten dürfe - schließlich wolle man keine unehelichen Kinder. Achilles genießt es, von den Frauen umgarnt zu werden, nicht nur beiden Königinnen, sondern sogar die Köchin Lampeto (Martha Berwanger), versuchen das Herz des Helden für sich zu gewinnen.

Doch die Priesterin Marpessa (Lorenz Zimmermann) spricht ein "Machtwort": Der Gefangene soll in den Besitz des Tempels übergehen. Das "Machtwort" verhallt jedoch ungehört und weiter geht der Streit um den Gefangenen, dem nun der nächste aus der Heldenriege Odysseus (Philipp Dippel) verkleidet als Köchin zu Hilfe eilt. Doch dieser wird enttarnt durch die Lehrerin Gorgo (ebenfalls Martha Berwanger), wodurch sich die Anzahl der Gefangenen mit einem Mal verdoppelt.

Fast schon nachdenklich mutet dann das Ende an, als die beiden Königinnen, die sich beide in den gefangenen Macho-Helden verlieben, die geplante Doppel-Hochzeit (beide Königinnen sollen Achilles heiraten) platzen lassen, da sie fürchten männliche Nachkommen von ihrem Angebetenen zu empfangen, die dann nach Sitte der Amazonen ertränkt werden würden.

Mit dieser Geschichte bereitete die Theater-AG den Zuschauern einen äußerst kurzweiligen Abend. Dabei überzeugte das "Lust"-Spiel nicht durch ein opulentes Bühnenbild sondern vor allem durch die komischen Dialoge und schauspielerische Leistungen, die auch manche Textunsicherheit nicht ins Gewicht fallen ließ. Ebenso hatte auch die Technik (Sarah Schweizer und Annabelle Meyer) am Gelingen des Abends großen Anteil.

Text & Bilder: May

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